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200 Jahre Marienverehrung auf dem Lohranger in Pinzberg

Marienkapelle und Annakapelle am Lohranger in Pinzberg

Ein schöner Platz am Ortsrand von Pinzberg.

Am südlichen Ortsrand von Pinzberg, an der Straße nach Effeltrich, steht die Marienkapelle auf dem so genannten Lohranger. Das Marienheiligtum verdankt sein Entstehen im Jahre 1867 einer Stiftung der wohlhabenden, ledigen Geschwister Georg, Johann und Eva Eismann aus Pinzberg .


Marienkapelle

Marienkapelle aus Richtung Effeltrich, rechts davor Annakapelle und Mesnerhäuschen. Fotos: X. Helmprobst.


Im Zentrum der Marienverehrung steht die Muttergottesstatue, um deren Herkunft sich eine Legende rankt: War es „jemand, der seine Aeltern schlug" oder war es „ein Bauernsohn, der den Pfarrer tätlich angriff und verletzte" - jedenfalls wurde dem Delinquenten kirchlicherseits eine Sühnewallfahrt nach Maria Einsiedeln in der Schweiz auferlegt.


MadonnaAls sichtbaren Beweis für seine Sühnewallfahrt wurde ihm eine holzgeschnitzte Kopie des Gnadenbildes mitgegeben mit dem Auftrag, daheim eine kleine Kapelle dafür zu errichten. Es entstand bald darauf eine kleine Kapelle aus Holz und Stein am Lohranger und „die Pilger strömten dorthin". Als diese ruinös geworden war, errichtete die Gemeinde im Jahr 1847 für die Muttergottesstatue eine steinerne Kapelle, die heutige „Annakapelle". Als auch diese zu klein geworden war, um die Vielzahl der Pilger und Beter zu fassen, reifte in Georg Eismann der Plan eine größere Kapelle zu errichten, in der auch das Messopfer gefeiert werden konnte: die heutige Marienkapelle, deren Grundsteinlegung 1867 erfolgte.


Zu den Einweihungsfeierlichkeiten der Marienkapelle am 20.06.1869 durch Erzbischof Michael von Deinlein wurde die Figur vergoldet. Die dunkle Farbe des Gesichtes beließ man. Der Festtag zur Erinnerung an die Weihe soll jährlich am Sonntag vor Johanni gefeiert werden.In den folgenden Jahren erfreute sich die Muttergottes am Lohranger immer größerer Verehrung. Aus Dankbarkeit für viele Gebetserhörungen legten fromme Pilger ihre Votivgaben nieder.


Neben der Kapelle ließ Georg Eismann ein kleines Mesnerhaus erbauen. In ihm wirkten nach dem 2. Weltkrieg Ordensfrauen zum Wohle der Kranken und Gesunden. Eismann stiftete auch ein Inkurat-Benefizium für die Geistlichen zur Betreuung der Marienkapelle. Sie wohnten im dafür errichteten „Benefiziatenhaus" (heute Kapellenstraße 7) neben seinem Elternhaus.


Auch heute noch ist es ein Anliegen der ganzen Pfarrgemeinde St. Nikolaus, dass ihre Marienkapelle und der Lohranger in das kirchliche Leben eingebunden sind. Das zeigen die Betstunden anlässlich der Feier des Patroziniums (Mariä Himmelfahrt - 15. August) ebenso wie die Kreuzwegandachten in der Fastenzeit oder die Mai- und Rosenkranzandachten. Ein Gottesdienst wird auch am St.-Anna-Tag am Lohranger gefeiert.


FriedenswallfahrtZur Tradition ist seit 1989 am ersten Sonntag im August die Friedenswallfahrt der Soldatenkameradschaften des Kreises Forchheim zur Muttergottes am Lohranger geworden.


Ein besonderes Ereignis war die Pfarrwallfahrt nach Maria Einsiedeln im Oktober 1996. Mit Erlaubnis des zuständigen Wallfahrtspriesters stand die Muttergottesstatue aus Pinzberg in der dortigen Gnadenkapelle neben der Muttergottes von Einsiedeln.


Mit finzanzieller Unterstützung durch das Projekt LEADERplus, die Marienkapellenstiftung und die Gemeinde soll das Mesnerhäuschen in den nächsten Jahren zu einem Wallfahrtsmuseum umgestaltet werden. Darin werden die wertvollen Votivgaben ausgestellt.


  • "200 Jahre Marienverehrung auf dem Lohranger in Pinzberg"
    ist der Titel des von Xaver Helmprobst verfassten Buches. Es kann in der Gemeindeverwaltung oder beim Verfasser erworben werden.

Text: Xaver Helmprobst



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