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Geschichte von Pinzberg

Pinzberg Ortsdurchfahrt
Ortsdurchfahrt von Pinzberg - "Alte Schmiede" und Wegbrunnen

Die Entstehung des Ortsnamens Pinzberg

Als Pinzberg im Jahre 1062 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, trug es den Namen "Binezberc". Später liest man im Jahre 1397 "Pinzberg", woraus im Jahre 1520 daraus "Pintzperg" entstand. 1734 änderte sich der Name zu "Pinsberg". Der Name bedeutet: "Zum Berg, an dem Binsen wachsen". Im althochdeutschen wird "Binse" als "binuz" oder "pinuz" bezeichnet, im mittelhochdeutschen als "binez" oder "binz"


Vorgeschichtliches

Daß die Gegend um Pinzberg schon vor 2500 Jahren besiedelt war, zeigen die Funde aus der älteren Früh - Latenezeit (500 - 400 v. Chr.). Durch die damalige Erfindung der Töpferscheibe bekamen die Gefäße einen Ganz neuen Stil. Stempelmuster werden sehr beliebt. Die gefundenen gedrehten Vasen aus einer Hügelgrabbestattung in Pinzberg gelten als Meisterstücke. Weiter Fundstücke sind im Pfalzmuseum in Forchheim zu besichtigen.


Der ebengenannte abgetragene Grabhügel liegt in der Großen Lohe oder auch Lämmerlohe genannt. Er ist zu finden 1200 Meter SSO der Kirche und 1900 Meter WNW der Kirche von Gaiganz. Dieser Grabhügel liegt auf einer flachen Kuppe des Juravorlandes. Der Nachuntersuchung von 1941 ging eine ältere unbekannte Grabung voraus.


Geschichte seit der ersten Erwähnung

Pinzberg wurde als Binezperch am 13. Juli 1062 in einer Königsurkunde als Zubehörort des Königshofes Forchheim erstmalig erwähnt. Damals gab der junge Kaiser Heinrich IV. den von seinem Vater entzogenen Besitz zu Forchheim an die Bamberger Kirche zurück. Heinrich der III. Hatte dem Reichsministerialen Otnant am 21. September 1056 fünf Hufen in und um Pettensiedel/BA Forchheim als Schenkung gegeben.


Bischof Otto der Heilige schenkte Binezperch in den Jahren 1102 bis 1139 mit zehn Talenten jährlicher Einkunft an die Dominikaner. Im 14. Jahrhundert war Pinzberg dem Kloster Michelsberg zins- und lehenspflichtig 1397 kam der Zehent infolge drückender Schuldenlasten an Proppst Engelhard und das Augustiner- Chorherrenstift Neunkirchen a. Br.


Im Jahre 1410 gingen Selden- und Hofgut Pinzberg aus der Hand des Bischofs Albrecht, Graf von Wertheim als Lehen an Jörg Gottsmann. 1506 besaßen Christoph von Eglofstein fünf und Klaus von Egloffstein drei Güter in Pinzberg. In den nachfolgenden Jahren hatte Pinzberg viel Leid erlebt, denn im Markgräflerkrieg fiel es in Schutt und Asche; nur die Kirche, die 1371 erstmalig erwähnt, blieb von den Flammen verschont. Auch der 30-jährige Krieg ging an Pinzberg nicht spurlos vorüber.


1747 sind „die Unterthanen Bambergisch, Nürnbergisch und ritterschaftlich".


1801 befinden sich hier wiederum Nürnbergische, von Wiesenthauische und von Egglofsteinische Belehungen. Zu der Zeit besaß Pinzberg ein Schulhaus, ein Gemeindehirtenhaus, 13 Wohnhäuser und drei Stadel, die alle dem Amt Forchheim steuerbar waren.


1808 wurden dir Orte Pinzberg, Gosberg, Dobenreuth und Elsenberg bei der Gebietsreform im Zuge der Neuordnung des bayerischen Staatswesen unter Montgelas zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Um 1800 blühte der Obstbau gewaltig auf und 1800 bis 1812 hatte Pinzberg unter Einquartierungen zu leiden. 1813 wurden alle Jünglinge vom 20. bis zum 30. Lebensjahr ausgehoben. 1816 brachte durch zahlreiche Überschwemmungen der Fluren Not und Teuerung. ebenso das Jahr 1842, das sich durch eine verheerende Trockenheit auszeichnete.


Im 1. Weltkrieg blieben 18 junge Männer und im 2. Weltkrieg 32 auf den Schlachtfeldern und das Jahr 1945 brachte im April einen Bombenangriff auf das Dorf und einige Gebäude fielen den Bomben zum Opfer und ein Mensch starb. Pinzberg zählte 1945 560 Einwohner und durch die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge schnellte die Zahl auf 680 hinauf und heute zählt die Gemeinde 712 Seelen.


Unsere altehrwürdIge Pfarrkirche, dem hl. Nikolaus geweiht und zählt wohl zu den schönsten im Umlamde. Die würzige Höhenluft, die nahen Wälder, die gastfreundliche Bevölkerung tragen dazu bei, daß die Gemeinde Pinzberg sich heute aus dem Dornröschenschlaf des Mittelalters gelöst und zum Anziehungspunkt für Erholungssuchende geworden, um den es vielfach beneidet wird.

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